Preisverleihung 2020

Preisträgerinnen und Preisträger der Jahre 2019/2020

Um ihre herausragenden Leistungen sichtbar zu machen, werden alle Preisträgerinnen und Preisträger auf dieser Seite mit einer kurzen Laudatio gewürdigt. Eine ausführlichere Darstellung der Preisträgerinnen und Preisträger und ihrer ausgezeichneten Abschlussarbeiten findet sich in der Dissertationsbroschüre 2020, in der auch die Preisträgerinnen und Preisträger des Preises der Johannes Gutenberg-Universität vorgestellt werden.

Preis der Boehringer Ingelheim Stiftung

Screening of Anti-Cancer Molecules Inhibiting Polo-like Kinase 1

"Resistenzentwicklung ist häufig für das Scheitern der Chemotherapie in der Tumorbehandlung verantwortlich. Sara Abdelfatah hat in ihrer Promotionsarbeit wichtige Aspekte zur Entwicklung neuer zielgerichteter Therapieverfahren für Tumoren sehr gründlich untersucht und aufgearbeitet. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die Polo-like Kinase 1 (PLK1) und die Identifizierung neuer PLK1-Inhibitoren sowie die Aufklärung der zugrundeliegenden Wirkmechanismen. PLK1 ist ein Tumor-assoziiertes Protein, welches eine wichtige Rolle in der Mitose spielt und daher ein attraktives Zielmolekül in der Entwicklung neuer Krebsmedikamente ist. Frau Abdelfatahs Ergebnisse sind überzeugend und stellen einen wichtigen Beitrag in der Erforschung neuer zielgerichteter pharmakologischer Wirkstoffe dar." Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth 

Neue Studien an Molybdän(V) Reagenzien

"Viele gängige chemische Umsetzungen benötigen Reagenzien. Diese werden verbraucht und erzeugen Abfälle. Eine besonders leistungsfähige Klasse solcher Reagenzien sind die Molybdänsalze in hoher Oxidationsstufe. Herr Beil konnte hier eine Reihe von neuartigen und praktikablen Umsetzungen finden. Mit dem Einsatz von Molybdänelektroden und Strom konnte Herr Beil ein reagenzfreies Verfahren etablieren. Diese sogenannten aktiven Anoden sind ein sehr leistungsfähiges und innovatives Werkzeug für die Synthesechemie. Herr Beil hat einen besonderen Beitrag zu einer nachhaltigen Chemie geleistet."
Univ.-Prof. Dr. Siegfried R. Waldvogel

Mikrobiomanalysen bei Kindern mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und deren gesunden Geschwistern zur Evaluation der Stuhltransplantation als alternative Therapieoption

"Um gesund zu bleiben benötigen wir die Unterstützung unserer Darmbakterien, diese Erkenntnis konnte Frau Knoll durch ihre Promotionsarbeit mit eindrucksvollen Daten untermauern. Eine homöostatische Beziehung zwischen Mensch, und den ihn zu Milliarden besiedelnden Mikroben ist für unsere Gesundheit sehr viel entscheidender als noch vor wenigen Jahren vermutet.
Neuartige Sequenzierungstechnologien haben dazu geführt, dass sich die Mikrobiomforschung rasant entwickelt. Dies bietet neue Erklärungsansätze für bislang zu wenig verstandene Krankheiten, wie die in der Dissertation untersuchten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bei Kindern. Die gewonnenen Erkenntnisse aus Mikrobiomanalysen ermöglichen die Entwicklung innovativer Behandlungsstrategien." Univ.-Prof. Dr. med. Stephan Gehring 

Validierung und Charakterisierung der genregulatorischen Rolle des 1G-Proteins SANS des Usher-Syndroms

"Das Usher-Syndrom (USH) ist die häufigste Form kombinierter Taub-Blindheit. Die Genprodukte der 10 USH-Gene generieren Proteinnetzwerke in den Sinneszellen von Auge und Ohr, die dort der Membran-Adhäsion und dem intrazellulären Transport zugeordnet werden. Herr Yıldırım fand nun, dass das USH1G-Protein SANS im Zellkern auch eine unerwartete Rolle im Splicing-Prozess, dem Entfernen von Introns von Genen, spielt. SANS ist dort für den Aufbau des Splicosomes wichtig, in dem es dessen Komponenten zwischen Kompartimenten transferiert. Defekte in SANS führen zu Fehlern im Splicing u.a. auch von anderen USH-Molekülen, zu deren Dysfunktion und letztendlich zu USH führen kann. Er identifizierte damit eine neuen Pathomechanismus und legt damit die Basis für neue Forschungswege und Therapieoptionen." Univ.-Prof. Dr. Uwe Wolfrum

Forschungsförderpreis der Freunde der Universität Mainz e.v.

Heimatbücher – Umsiedlung, Flucht und Vertreibung in literarischen Texten nach 1945

„Verglichen mit der Exilforschung steht die Erforschung der Literatur der Vertreibung immer noch am Anfang. Die Dissertation „Heimatbücher. ‚Umsiedlung‘, ‚Flucht‘ und ‚Vertreibung‘ in literarischen Texten nach 1945“ von Katharina Brechensbauer leistet auf diesem politisch wie literaturgeschichtlich komplexen Feld Pionierarbeit. Methodisch an der Kulturpoetik orientiert, erschließt sie die Zusammenhänge zwischen Kartographie, Topographie, Erinnerungskultur, Heimatverlust und Migrationsgeschichte: Hierfür analysiert sie historische Quellen aus dem Umfeld der Vertriebenenverbände sowie des Vertriebenentourismus und arbeitet die Affinitäten zwischen ‚klassischen‘ Heimatbüchern und der in der BRD und der DDR sowie im vereinten Deutschland entstandenen Vertreibungsliteratur heraus.“ Univ.-Prof. Dr. Barbara Thums

Interpersonal Impression Formation in the Context of Developmental Dimenqesional Psychopathology

"Wie wir andere Personen im Alltag einschätzen, beruht auf Schlussfolgerungen, die wir aus Beobachtungen von oder Mitteilungen über die Besonderheiten einer Person ziehen. Die empirischen Untersuchungen, die Frau Kaurins Doktorarbeit zugrunde liegen, beschäftigen sich mit der Frage, inwiefern unbekannte Beurteiler anhand minimaler Informationen in der Lage sind, zentrale Persönlichkeitsdimensionen und klinisch relevante Merkmale bei anderen Personen akkurat einzuschätzen und welche Hinweisreize innerhalb dieses Beurteilungsprozesses besonders relevant sind. Ihre Ergebnisse zeigen, dass derartige Urteile beeindruckend genau sind und sowohl mit Selbst- als auch mit Fremdberichten relevanter Eigenschaften und direkt beobachtetem interpersonellen Verhalten konvergieren. Sie haben daher das Potenzial, Berichte von Personen, die die zu beurteilende Person gut kennen, zu komplementieren." Univ.-Prof. Dr. Michèle Wessa

One brain, two hands: The effects of transcranial direct current stimulation on bimanual motor skill learning

"Fast alle täglichen Aktivitäten führen wir mit beiden Händen, also bimanuell aus. Sei es um zu kochen, zu arbeiten oder ein Musikinstrument zu spielen. Inwiefern sich solche beidhändigen Tätigkeiten im Sinne motorischer Lern- und Wiederlernprozesse optimieren lassen, ist unter anderem für den Bereich der Neurorehabilitation von großer Relevanz. Dieser Thematik widmete sich Dr. Nils H. Pixa in seiner Dissertation und untersuchte anhand eines hoch systematischen Forschungsansatzes die Effekte der sogenannten transkraniellen Gleichstromstimulation. An gesunden Probanden konnte er erstmals zeigen, dass sich das Erlernen bimanueller Bewegungen verbessern lässt. Dies ist ein wichtiger Grundstein für weitere Forschungsarbeiten zum Thema Bewegungslernen sowie Wiedererlernen von Bewegungen nach neurologischen Schädigungen." Univ.-Prof. Dr. Michael Doppelmayr

Coupling geodynamic with thermodynamic modeling to investigate compositional evolution in magmatic systems

"Magmatische Prozesse faszinieren uns seit hunderten von Jahren, und obwohl es mittlerweile unzählige Beobachtungsdaten dazu gibt, sind die grundlegenden physikalischen Prozesse nach wie vor ungenügend verstanden. In ihrer Dissertation hat Frau Dr. Lisa Rummel neuartige Computermethoden entwickelt, mit denen insbesondere die sich verändernde chemische Zusammensetzung von Magmen in Computersimulationen berücksichtigt werden kann. Diese Simulationen ermöglichen somit einen direkten und detaillierten Vergleich mit geologischen Daten. Erste Anwendungen haben zu neuen Erkenntnisse in die Entwicklung von Vulkanbogen und der westlichen Vulkaneifel geführt. Die Arbeit von Frau Rummel hat somit das Forschungsgebiet der Geodynamik maßgeblich vorangebracht!" Univ.-Prof. Dr. Boris J. P. Kaus

The Cypriot Aristocracy in the 15th Century: Social Structures, Social Mobility, and Identity Construction

"Zypern zeichnete sich in der Zeit zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert durch die besondere Diversität seiner Bevölkerung aus. Während der Adel zunächst wie die königliche Familie der Lusignans aus dem lateinischen Europa stammte, machten Griechen orthodoxen Glaubens die Mehrheit aus. Daneben gab es aber auch eine Vielzahl von orientalisch-christlichen Einwanderern. Frau Salzmann untersucht in ihrer interdisziplinär angelegten Dissertation, wie sich die zypriotische Oberschicht vom Ende des 14. Jahrhunderts an aufgrund des Aufstiegs griechischer und orientalisch-christlicher Familien allmählich wandelte, wobei ihr Fokus auf der Konstruktion und Repräsentation von sozialen und kulturellen Identitäten in den unterschiedlichen Eliten liegt. Ihr gelingt es dabei in äußerst überzeugender Weise, Mediävistik und Byzantinistik mit Methoden der Digital Humanities innovativ und gewinnbringend zu kombinieren und eine richtungsweisende Modellstudie für die Erforschung sowohl byzantinischer als auch fränkisch-levantinischer Adelsstrukturen zu verfassen."
Univ.-Prof. Dr. Johannes Pahlitzsch 

Preis der LBBW Landesbank Baden-Württemberg

Crystallization via Amorphous Intermediates

"Die „Geburt von Kristallen“ ist ein Thema, das Chemiker und Physiker in experimentellen und theoretischen Disziplinen seit Jahrzehnten fasziniert. Herr Leukel konnte durch die Kombination von nasschemischer Synthese und instrumenteller Analytik Einblicke in die Primärschritte der Strukturbildung von Calciumcarbonat und Calciumsulfat in Lösung gewinnen. Er erreichte dies, indem er kurzlebige Zwischenprodukte der Fällungsreaktion abfing und diese spektroskopisch und mit Streumethoden untersuchte. Er konnte damit ein realistisches Strukturmodel für amorphes Calciumcarbonat als Vorstufe kristalliner Polymorphe entwickeln."  Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Tremel

Preis der Dr.-Feldbausch-Stiftung

Tatsächliche Ereignisse und Film: Die Kollision von Persönlichkeitsinteressen und Kunstfreiheit im Bereich dokumentarisch-fiktionaler Darstellungen

"Elina Huff beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit einem wichtigen Teilausschnitt der Problematik, wie das Persönlichkeitsrecht Betroffener mit den Kommunikationsfreiheiten bzw. der Kunstfreiheit in einen Ausgleich gebracht werden kann. Dabei beleuchtet sie die Darstellung von Ereignissen im Film und schließt damit eine Lücke im Schrifttum.
Elina Huff gelingt es, die unterschiedlichen Filmarten systematisch zu ordnen und dadurch eine gute Grundlage für die Abwägung zwischen Persönlichkeitsrecht und Kunstfreiheit zu finden. Durch ihre Expertise auch in praktischen Fragen der fiktionalen Darstellung in Filmen, ist sie in der Lage, Konfliktfälle in fiktional-dokumentarischen Filmen einer sachgerechten Lösung zuzuführen. Besonders gut gelungen ist die kritische Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Ich gratuliere Elina Huff zu dieser preiswürdigen wissenschaftlichen Leistung." Univ.-Prof. Dr. Dieter Dörr

Der medienrechtliche Auskunftsanspruch gegen Strafverfolgungsbehörden

"Steffen Rittig legt mit seiner Arbeit eine umfassende Untersuchung und Analyse der Voraussetzungen und der Grenzen des Auskunftsanspruchs der Medien vor. Besonders verdienstvoll ist, dass er neben den Massenmedien Presse und Rundfunk auch den Film und insbesondere die „elektronische Presse“, also einen Teil der Telemedien, in die Überlegungen einbezieht.
Die juristische Qualität der Arbeit ist herausragend. Zudem zeigt sich, dass Steffen Rittig mit den praktischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem medienrechtlichen Auskunftsanspruch gegen Strafverfolgungsbehörden stellen, bestens vertraut ist. Gerade dies ist notwendig, um die Probleme einer sachgerechten Lösung zuzuführen. Insgesamt ist Steffen Rittig ein großer Wurf gelungen, der in jeder Hinsicht preiswürdig ist." Univ.-Prof. Dr. Dieter Dörr

Sinti und Roma in Europa: Die Bedeutung des Minderheitenschutzes und der diesbezüglichen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

"Juliane Stephan befasst sich in ihrer Abhandlung mit der aktuellen Situation und der rechtlichen Stellung der Sinti und Roma. Sie hinterfragt, ob der Begriff der völkerrechtlichen Minderheit für die Sinti und Roma passend ist und überprüft kritisch, ob die Instrumente des Minderheitenschutzes geeignet sind, eine Verbesserung der Situation der Sinti und Roma zu bewirken. Dabei weist sich Juliane Stephan als Kennerin der Europäischen Menschenrechtskonvention und der diesbezüglichen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aus.
Ihre rechtlich gehaltvolle Auseinandersetzung mit dieser schwierigen und praktisch bedeutsamen Thematik bezieht in beeindruckender Weise auch die historischen Zusammenhänge sowie die soziale und politische Situation der Sinti und Roma ein. Ich gratuliere Dr. Stephan zu dieser sehr guten wissenschaftlichen Leistung."
Univ.-Prof. Dr. Dieter Dörr

Preis der Peregrinus-Stiftung

Besitzverbot und Eigentumsschutz – Eine Untersuchung zur Reichweite der Garantie des Eigentums an ‚verbotenen‘ Sachen in straf- und zivilrechtlicher Hinsicht

"Die Frage, inwieweit Sachen, deren Besitz unter den jeweiligen Umständen unrechtmäßig ist, Tatobjekte von Eigentums- und Vermögensdelikten sein können, ist in der Strafrechtswissenschaft seit eh und je Gegenstand intensiver Debatten. Herr Lichtenthäler hat dafür ein rechtsphilosophisch fundiertes neues Lösungskonzept entwickelt, das die Wertungswidersprüche der bisherigen Ansätze vermeidet und für die weitere Diskussion der Problematik wegweisend erscheint. " Univ.-Prof. Dr. Volker Erb

Preis des Lions Clubs Oppenheim und der Bernhardt-Stiftung Nierstein zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses

Das Komische als Material. Spielarten künstlerischer Interaktion der Correspondence Art Ray Johnsons

"Kommunikation und Vernetzung sind zentrale Themen der postindustriellen Gesellschaft. Der amerikanische Künstler Ray Johnson (1927–1995) nutzte seit den 1950er Jahren das Postsystem als Vehikel künstlerischer Aktivitäten und baute in den folgenden Jahrzehnten ein umfangreiches informelles Korrespondenz-Netzwerk auf. Er zählt damit zu den Gründungsfiguren der Mail Art-Bewegung, deren Beteiligte sich von der direkten transnationalen Kommunikation eine größere Freiheit von den institutionellen Beschränkungen des Kunstsystems sowie von staatlicher Kontrolle erhofften. In ihrer Untersuchung arbeitet Jana Dennhard heraus, dass Johnsons künstlerische Praxis, humorvolle Kommunikation über Kommunikation, Reflexionen vorwegnimmt, die sich heute mit den Sozialen Medien und ihrer zwischen Transparenz und Selbstdarstellung aufgespannten Kommunikationskonstrukten verbinden." Univ.-Prof. Dr. Gregor Wedekind

Abschlusskonzert Klavier

"Im Studiengang Konzertexamen Klavier müssen drei anspruchsvolle Teilprüfungen abgelegt werden, was Frau Matsuu mit großem Erfolg gelang. In ihrer letzten Prüfung, dem Soloabend im Rahmen des Konzertexamens, spielte sie Kompositionen von Haydn, Schönberg, Prokofieff, Debussy und Schumanns Symphonische Etüden op. 13. Sie spielte alle Werke dieses 80-minütigem Rezitals (wie auch die der vorausgegangenen Prüfungen) mit großer Virtuosität und Souveränität,
vor allem aber mit einem großartigen Gespür für Klang, Timing und Charakter der Werke, und alles mit einer Reife in der Interpretation, die selbst im Studiengang Konzertexamen herausragend ist. Besonders die Symphonischen Etüden von Schumann gelangen ihr so atemberaubend gut, dass es nicht schwer war, dieses Examen „mit Auszeichnung“ zu bewerten."  Univ.-Prof. Thomas Hell   

Wilhelm und Else Heraeus-Dissertationspreis

Flugzeuggetragene Messungen von Eis- und Rußpartikeln in Kondensstreifen bei Verwendung konventioneller und synthetischer Treibstoffe

"Kondensstreifen-Zirren aus dem Luftverkehr liefern aktuell einen größeren Beitrag zur Klimawirkung des Luftverkehrs als seine gesamten Kohlendioxid Emissionen seit Anbeginn der Luftfahrt. Ob und wie stark Kondensstreifen durch die Nutzung alternativer Treibstoffe reduziert werden können, ist die hochaktuelle Fragestellung der Arbeit von Herrn Kleine. Bei innovativen Flugzeugmessungen zeigt Herr Kleine, dass Eispartikel in Kondensstreifen vornehmlich auf Ruß-Partikeln aus dem Flugzeug-Triebwerk nukleieren. Er findet weltweit erstmals eine Halbierung der Ruß- und Eisanzahlen in Kondensstreifen bei Verbrennung niedrig-aromatischer synthetischer Treibstoffgemische im Reiseflug. Die Arbeit zeigt das große Potenzial einer schnellen Reduktion des Klima-Antriebs von Kondensstreifen durch alternative Treibstoffe."
Prof. Dr. Christiane Voigt

Dissertationspreis der Alfred Teves-Stiftung

Employment growth of firms: Three empirical investigations into microfinance, high-growth, and institutions based on evidence from Bulgaria

"Florierende Unternehmen tragen maßgeblich zum Wohlstand einer Volkswirtschaft bei. Eva Erhardt untersucht in ihrer Dissertation Politikansätze zur Förderung des Beschäftigungswachstums.  Gemäß ihren Auswertungen eines Finanzprogramms haben Mikrokredite (Kredite von meist wenigen hundert Euro) einen deutlich positiven Effekt auf das Wachstum von Kleinunternehmen in Osteuropa. Zusätzlich konzentrierte sich Frau Erhardt auf die am schnellsten wachsenden Unternehmen (high-growth firms). Sie zeigt auf, dass bisher sich widersprechende Befunde zur Nachhaltigkeit des Wachstums in high-growth firms mit einem unterschiedlichen Untersuchungsdesign erklärt werden können. Außerdem liefert sie klare Anhaltspunkte dafür, welche institutionellen Rahmenbedingungen schnelles Unternehmenswachstum hemmen."
Univ.-Prof. Dr. Thorsten Schank

Creating Healthier Study and Work Environments: A Continuous Time Perspective on the Casual Relations between Demands, Ressources, and Burnout

"Arbeitsstress betrifft allein in Europa über 50 Millionen Menschen. Frau Dr. Guthier hat in ihrer Dissertation die Beziehungen zwischen Stressoren und Burnout bei Berufstätigen und Studierenden im Zeitverlauf untersucht. Sie konnte zeigen, dass Stressoren und Burnout sich wechselseitig aufschaukeln und bereits leichter Stress einen Teufelskreis in Gang setzen kann. Ihre Forschung legt nahe, dass erfahrene Wertschätzung, z.B. durch Vorgesetzte, diesen Teufelskreis unterbrechen kann. Die Ergebnisse von Dr. Guthier stellen einen bedeutenden Erkenntnisfortschritt bzgl. der zeitlichen Entwicklung von Stressoren und Burnout dar. Sie sind Basis zur Entwicklung wirksamer Interventionen, um zukünftig gesündere Studien- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!" Univ.-Prof. Dr. Christian Dormann

On Clustered Vehicle-Routing Problems

"Timo Hintsch's thesis by publication addresses route planning problems that courier companies have to solve in order to efficiently perform parcel and small-package deliveries. The thesis introduces innovative and powerful optimization models and optimization methods to solve two variants of a clustered vehicle-routing problem. For the heuristic solution, Timo Hintsch develops two new large multiple neighborhood searches in which a major novelty is a generalization of the Balas-Simonetti neighborhood. For the exact solution, he introduces and analyzes different branch-and-price algorithms that differ in the way the column-generation subproblem is solved, either by dynamic-programming based labeling algorithms or with a branch-and-cut algorithm. Extensive computational studies prove the practical usefulness of the proposed solution methods."
Univ.-Prof. Dr. Stefan Irnich

Integrated Strategic and Tactical Planning for Public Transport Bus Systems

"Konrad Steiner's thesis by publication addresses the integration of line planning with demand modeling and timetabling in the context of public transport bus systems. The first field of application is integrated and schedule-based line planning for inter-city bus services. The second field is mobiliy-on-demand services and the potential to integrate them with classical public transport bus networks. Konrad Steiner introduces innovative and powerful optimization models and optimization methods to support strategic planning of bus operators. He develops sophisticated and problem-tailored branch-and-cut and branch-and-price algorithms as well as a large multiple neighborhood search metaheuristic. The conducted studies reveal several interesting and new insights of practical relevance." Univ.-Prof. Dr. Stefan Irnich

Preis der Drs. Elke und Rainer Göbel-Stiftung

Aerosol particles in the summertime Arctic lower troposphere: Chemical composition, sources, and formation

"Die Arktis erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie andere Regionen der Welt. Als mögliche Ursache werden Aerosolpartikel diskutiert, die die arktische Bewölkung beeinflussen. Frau Köllner hat als weltweit Erste die Aerosolzusammensetzung der Arktis in der Höhe bestimmen können und somit einen einzigartigen Datensatz erzeugt. Sie hat auf überaus innovative Weise ihre komplexen und vielfältigen aerosolchemischen Messdaten mit Satellitendaten und meteorologischen Informationen kombiniert. Durch diese Kombination hat sie eine bisher unbekannte Quelle des arktischen Aerosols entdeckt und konnte nachweisen, dass neben eurasischen Feuern und Industrie insbesondere auch biogene Aerosolquellen innerhalb der Arktis speziell während der Eisschmelze maßgeblich zum arktischen Aerosol beitragen." Univ.-Prof. Dr. Peter Hoor

DAAD-Preis für ausländische Studierende

Foraging in Eusocial bees: Role of Biogenic Amine Signalling and Reward Perception

"Seit Millionen von Jahren bilden Bienen und Blütenpflanzen eine erfolgreiche Partnerschaft. Allerdings kommt es auch bei diesem Mutualismus vor, dass geschummelt wird. Ein Trick einiger Pflanzen besteht darin, ihren Nektar mit Koffein anzureichern. Diese Stimulanz führt dazu, dass Honigbienen und Hummeln die Nektarqualität überschätzen und in großer Zahl mittelmäßigen Nektar sammeln. Tianfei Peng hat in seiner Doktorarbeit untersucht, ob sich auch die kleine brasilianische Plebeia Biene von Koffein überlisten lässt. Diese Biene ist ein häufiger Besucher der Blüten von Kaffee (Coffea spp.), welcher seit 300 Jahren in Brasilien angebaut wird. Seine Resultate zeigen, dass Plebeia nicht auf Kaffein reagiert, sondern nur durch einen höheren Zuckergehalt angelockt werden kann. Das könnte auf Koevolution zwischen Kaffee und Plebeia oder auf grundsätzliche neurophysiologische Unterschiede zwischen verschiedenen Bienengruppen hindeuten." Univ.-Prof. Dr. Susanne Foitzik

Sonderpreis des Präsidenten für ausländische Studierende

Search for exotic spin couplings with a global network of atomic magnetometers

"Physik-Doktorand Hector Masia Roig bearbeitet keine trivialen Themen: ihn interessiert nicht weniger als die Frage, ob unser Planet gelegentlich mit einer Wand aus dunkler Materie kollidiert. Auf den Grund geht er dieser Frage in der Forschungsgruppe „Matter-Antimatter Asymmetry“ am Helmholtz Institut Mainz mit Hilfe von hochempfindlichen Atommagnetometern und sorgfältiger Datenanalyse am dortigen Hochleistungsrechner. Aber auch in einer anderen „Materie“ fühlt sich Hector Masia Roig zuhause: dem internationalen Austausch. Seit einigen Jahren initiiert und organisiert er Forschungspraktika in Mainzer Physikarbeitsgruppen für Studenten seiner Heimatuniversität Valencia, Spanien. Jedes Jahr kommen über dieses Programm mehrere Studierende nach Mainz, um einige Wochen lang intensive Forschungserfahrung in Mainz zu sammeln. Ein Gewinn für alle Beteiligten und ein Beispiel für gelebte europäische Annäherung." Univ.-Prof. Dr. Dmitry Budker

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das Gutenberg Nachwuchskolleg gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihrem Erfolg und wünschen ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg beruflich und privat alles Gute!